Skatje, die kittelschürze

Schönste Stoffe aus aller Welt, Nähkurse im Landatelier, 
Burgstrasse 9, Kusterdingen-Mähringen

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Was ist los mit uns...

Gepostet am 8. Dezember 2019 um 2:20

Gestern war ich auf einem wunderschönen kleinen Weihnachtsmarkt im Nachbardorf. Ein Heimatmuseeum, privat ins Leben gerufen, unglaublich schön gestaltet, richtet einen kleinen Markt aus, zu dem das ganze Dorf eingeladen war und auch gekommen ist. Ich schlendere mit meiner Freundin von Stand zu Stand, wir bestaunen die liebevoll in mühsamer Handarbeit geschaffenen Kunstgegenstände. Gehäkelte Buchzeichen mit plastischen Tierköpfen, genähte Puppen und Steckenpferde, Seifen und Puppenkleider, Weihnachtsbaumschmuck und vieles mehr gibt es zu sehen und natürlich auch zu kaufen. In einer Nische wurde die heilige Familie in Lebensgröße mit allen Tieren, die damals im Stall dabei waren, ausgestellt. Was für ein schönes Bild. Daneben gibt es ein kleines Gehege mit drei lebenden Hühnern...und zwei kleine Kinder, die mit den Füßen gegen den Drahtzaun treten! Kleine Kinder, drei oder vier Jahre alt, treten mit den Füßen gegen das Maschengeflecht, hinter dem die Hühner im Stroh stehen. Ein älterer Mann macht ein missbiligendes Geräusch, ich fasse mir ein Herz und bitte die Kinder, damit auf zu hören, weil das die Tiere doch erschrecke. Die Kinder rennen lachend weg, ich kann nicht sehen, ob sich in unmittelbarer Nähe Eltern oder Zuständige befinden. Zurück bleibt bei mir ein Gefühl der Verwirrung. Ich habe mich eingemischt mit dem unglaublich schlechten Gefühl, eine Auseinandersetzung mit Eltern zu provozieren und das in dieser wunderschönen Umgebung...im Angesicht der heiligen Familie. Ich war unglaublich erleichtert, das keine Eltern da waren. Ich frage mich, wie man so kleine Kinder unbeaufsichtigt herum rennen lassen kann. Ich frage mich, was mit Kindern los ist, dass sie gegen ein Gehege mit Tieren treten. Ich frage mich, wie so kleine Kinder lachen können, wenn ein Erwachsener sie schimpft. Ich überlege, ob das jetzt alles nicht so schlimm war und das ganz normale Kinder sind. Und mir fällt ein, wie ich mit vier Jahren mit meiner Mutter auf einem Bauernhof war und den Hasenstall anschauen durfte. Wie ich mich vorsichtig genähert habe. Wie der Bauer eine Stalltür geöffnet hat und ich einen Hasen streicheln durfte.Wie vorsichtig und voll Respekt ich war, und wie gut es war, meine Mutter hinter mir zu wissen. Eine ganz andere Situation, vielleicht. Aber was ich immer hatte und was ich auch meine Kindern beigebracht habe ist Achtung vor Lebewesen. Man tritt nicht gegen ein Gehege, man klopft nicht an ein Aquarium, man schreit nicht im Wald. Man quält keinen noch so kleinen Käfer und setzt eine Spinne vor die Tür und zertritt sie nicht. Ach ja, und man ist mindestens in Sichtweite seiner Kinder um ihnen all dies bei zu bringen oder eventuelles Fehlverhalten zu korigieren. Oder sie vor vielleicht falscher Zurechtweisung durch Fremde schützen zu können. Ich habe noch nicht zu Ende gedacht und wie immer bei solchen Vorfällen bleibt mir ein großes Fragezeichen. 

Kategorien: Keine

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1 Comment

Antworten Birgit
3:44 am 28. Januar, 2020 
Du sprichst mir aus dem Herzen ....
Danke